Freitag, 13. Februar 2015

... in den Weiten des Alls, auch nicht soweit weg ...



Das Singen der Vögel erfüllte den blühenden Garten.

Von seinem elfenbeinfarbenen Thron aus Wraithbone blickte er in die harmonische, friedliche Weite.

Er hob seinen Blick, und sah durch die Kuppel das Weltenschiffs in das Weltall hinaus. Und betrachtete all die bunten Sterne, die wie Edelsteine in der Ferne funkelten.
Es bezauberte ihn jedes Mal auf’s Neue. Und das seit Tausenden von Jahren.

Er schloss die Augen, und genoss die Harmonie und Ruhe des Moments.
Und er spürte, wie diese Harmonie langsam erkaltete, wie das Unbehagen in ihm wuchs.

Schließlich öffnete er die Augen und sah es: den interstellaren Fleck, der wie ein eitriges Geschwür im Raum der Realität lag.

Ach ... warum hatte all dies nur geschehen müssen.
Warum hatte keiner damals etwas dagegen getan.
Wir waren so weit aufgestiegen, dass wir uns für unsinkbar hielten.
Und es blind geschehen ließen.

Die anderen Rassen vor uns waren langsam in die Dämmerung hinabgeglitten. Doch Wir starben in diesem einem, kataklystischen Moment. Diesem psionischen Urknall, dessen Überreste nun vor seinen Augen lagen.
Mußte es wieder soweit kommen?

Nun, nach uns waren die Hoomans gekommen, die Menschen. Einst selbst fast in die Vernichtung abgeglitten, erwachten sie unter dem Banner ihres Großen Ordners, und eroberten die nach unserem Ende nun freie Galaxis in wenigen Jahrhunderten.

Doch der Ewige Feind hatte schon längst seine gierigen Klauen in die Seelen der Schwachen unter ihren Starken geschlagen, und brachte den Siegeszug des Großen Ordners zu einem jähen Ende.
Eigentlich schien ihr Ende hier vorherbestimmt – ein Infernal der Zerstörung, das mit der Selbstzerstörung in wenigen Generationen und damit der Verbannung des Ewigen Feindes aus der Realität hätte enden sollen.

Doch war dieses reinigende Feuer NICHT aufgeflammt – stattdessen schwelte und glomm es seit Jahrtausenden in der Realität. Diese Chance zur Läuterung des Universums war ein für alle Mal vertan worden.

Und was Keiner für möglich gehalten hatte war eingetreten. Dieses Imperium der Menschheit widersetzte sich zäh und verbissen dem Einfluss der Verderbnis. Nicht allzu sehr von Erfolg gekrönt – doch auch nicht ohne Geschick.

Wie sonst hätte es die letzten zehn Jahrtausende bestehen können?

Es gab jene in Seinem Volk, die sagen: das ist so vorherbestimmt, lass es zehntausend Jahre sein, vielleicht zwanzigtausend – doch dann wird der Ewige Feind sein verderbendes Werk vollenden, dieses Imperium nach seinem Wunsch umgestaltet haben, und das Ende allen wahren, freien Lebens würde kommen.

Er gehörte nicht zu diesen Untergangspropheten.

Er glaubte daran, dass das Schicksal der Galaxis letztlich in den Händen jener lag, die darin lebten. Das es von unserer Stärke oder Schwäche abhing, was damit geschehen würde.
Und das es damit eine Zukunft gab, um die es sich zu kämpfen lohnte.

Und nun das.

Da ist nun dieser Eine, der dem Imperium der Menschen den Todesstoß zu versetzten in der Lage ist.

Der Runenprophet seufzte.

Soviel Blut der Seinen war bereits in sinnlosen Konflikten mit diesem rohen und blindwütigen Imperium vergossen worden, dass er aus reinem Rachedurst eigentlich froh darüber sein müsste, wenn dieses nun endlich zerfallen würde.

Doch was danach kommen würde, wäre noch weitaus schlimmer.

Die Herrschaft des Ewigen Feindes, des Vernichters und Verderbers allen Lebens, würde dann wahrhaftig beginnen. Ohne jede Chance zur Selbstzerstörenden Läuterung.

Soweit durfte es NIE kommen.

Also begann er im Geiste, seine Botschaft an die Streitkräfte auf Laertes Vitium zu erstellen:

„Imperium der Menschheit, Ihr Streiter des Großen Ordners,
unsere Alternative zur Co-Existenz lautet unausweichlich: Co-Zerstörung ...“

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